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Schmerz

In der Medizin wird zwischen akutem und chronischem Schmerz unterschieden. Ersterer weist auf eine drohende oder bereits eingetretene Gewebeschädigung hin. Er erfüllt eine wichtige biologische Warnfunktion, ist zeitlich begrenzt und klingt nach Beseitigung der auslösenden Ursache wieder ab.

Von chronischem Schmerz spricht man, wenn der Schmerz länger als sechs Monate anhält oder immer wiederkehrt. Ursache hierfür können chronische - also nicht heilbare - Erkrankungen (z.B. Rheuma) sein, oft ist aber kein Zusammenhang mehr zwischen Schmerz und Schädigung bzw. der Erkrankung, die einst den Schmerz auslöste, erkennbar. Der Schmerz hat seine Warnfunktion verloren und ist zu einem eigenständigen Krankheitsbild geworden! Rückenschmerzen stellen die häufigste Form chronischer Schmerzen dar, Kopfschmerzen stehen an zweiter Stelle.

Die Lebensqualität des chronischen Schmerzpatienten ist erheblich beeinträchtigt, denn neben den meist permanenten Schmerzen, belasten die psychosozialen Folgen (sozialer Rückzug, Gereiztheit, depressive Verstimmung und das oft fehlende Verständnis Nicht-Betroffener) zusätzlich die Situation der Betroffenen und deren Angehöriger.

Ursachen für die Chronifizierung
Die Nervenzellen verselbständigen sich. Sie generieren automatisch Impulse, ohne entsprechenden Reiz, die zum Hirn gesandt werden. Passiert dies über Wochen beispielsweise nach einer Verletzung verändert sich der Stoffwechsel der Nervenzelle. Dies ist unabhängig davon, ob ursprünglich eine rheumatische Erkrankung, ein Bandscheibenvorfall oder eine Entzündung der Auslöser war: Ist schliesslich kein Schmerzreiz mehr vorhanden, kann die Zelle nicht mehr abschalten und sendet die Impulse trotzdem. Die Zelle hat ein Schmerzgedächtnis entwickelt.

Diese Veränderung der Signalübermittlung findet vor allem im Rückenmark statt. Ist das Schmerzgedächtnis einmal aktiviert, werden selbst angenehme Reize wie Wärme, Berührung oder Dehnung als Schmerz empfunden. Sogar seelische Belastungen, Angst oder die Erinnerung an das Stechen und Ziehen können neue Schmerzen auslösen.

Therapie

Man kann sich vorstellen, dass dieser Prozess, der über Wochen und Monate abläuft, nicht so einfach rückgängig gemacht werden kann. Ist der Schmerz erst einmal chronisch, ist eine erfolgreiche Schmerzreduktion schwierig. Erschwerend kommt hinzu, dass der Schmerz seine Auswirkungen ja nicht nur auf körperlicher, sondern auch auf psychischer und sozialer Ebene entfaltet. Das impliziert aber auch, dass die Behandlung auf allen 3 Ebenen im Rahmen eines modernen, multidimensionalen und multiprofessionellen Therapiekonzeptes angesetzt werden muss.

 

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